Lymphologie (Lymphdrainagen)

Das Lymphsystem ist für die Körperabwehr mit verantwortlich.

Es sorgt stets eifrig dafür, dass wir gesund bleiben.

Genannt auch: "Kläranlage des Körpers"

Genau wie der ganze Körper mit Blutgefäßen versorgt ist, durchzieht ihn ein weit verzweigtes Netz von Lymphgefäßen. Sie liegen zwischen den Zellen des Bindegewebes, dem so genanten Interstitium.

Wichtigste Aufgabe des Lymphgefäßsystems ist der Abtransport von Gewebeflüssigkeit und verschiedenen darin enthaltenen Stoffen in venösen Blutkreislauf.

Bewegung und wechselnde Gewebespannung sorgen dafür, dass die milchig weiße Flüssigkeit trotzdem immer nur in eine Richtung befördert wird.

  • Die größeren Lymphgefäße verlaufen nicht durchgehend, sondern werden immer wieder von Lymphknoten unterbrochen.

Filterstadion Lymphknoten

600-700 Stück dienen dabei als Filterstadion, in denen Fremdkörpern und Krankheitserregern der Garaus gemacht wird. Vergrößerte Lymphknoten deuten auf einen Entzündungsprozess in der näheren Umgebung hin- manchmal auch auf bösartige Erkrankung. Lymphgefäße sind wie Venen – mit einem Klappensystem versehen, dass nur eine Fließrichtung zulässt.

Sanfter Druck gegen Ödeme

Wenn das komplizierte Drucksystem gestört ist, kommt es zum Lymphödem, eine sichtbare und tastbare Schwellung, entstanden durch die Ansammlung von Körperflüssigkeiten.

Im Zellzwischenraum.

Ursache für ein solches Ödem kann eine angeborene Störung des Lymphabflusses (sog. Primäres Lymphödem) sein, oder es handelt sich um sekundäre Lymphödeme, verursacht z.B. durch Verletzung, einen chirurgischen Eingriff oder eine körperliche Erkrankung. Nach einer Brustkrebsoperation z.B. schwellen häufig die Lymphknoten der Achselhöhlen an; oft fehlen diese Lymphknoten danach komplett.

In diesem und anderen Fällen von Ödemen kann die "Manuelle Lymphdrainage" die Beschwerden und die Schwellungen lindern bzw. heilen.

Es handelt sich um eine spezielle Massagetechnik, die sich von der klassischen Massage darin unterscheidet, dass sie äußerst zart und relativ langsam ausgeführt wird. Sie ist absolut schmerzlos und soll (im Gegensatz zur klassischen Massage) auf keinen Fall die Durchblutung fördern. Dadurch wird die Neigung zum Ödem nämlich vermehrt.

Aktivieren und Entspannen

Die Behandlung beschränkt sich häufig nicht nur auf die betroffene Region, z.B. geschwollene Arme oder Beine, sondern bezieht meist das ganze Lymphsystem mit ein. Es ist also durchaus richtig, wenn die Therapie eines Beinödems am Hals beginnt und über die Achsel, den Bauchraum und die Leiste bis hin zum betroffenen Bein reicht.

Die manuelle Lymphdrainage, deren Wirksamkeit lange umstritten war, hat in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen. Dank wissenschaftlicher Studien ist ihr Nutzen nun unumstritten.

Die Lymphdrainage wird zum Beispiel angewendet nach Unfällen oder chirurgischen Eingriffen, bei Ödemen und nach Thrombosen, bei Menstruationsbeschwerden oder rheumatischen Beschwerden sowie insbesondere auch bei Sportverletzungen. In der Nachsorge von Brustkrebsoperationen kommt der Lymphdrainage eine wichtige Rolle zu.

Akute Entzündungen oder Thrombosen sind eine absolute Gegenanzeige für die sanfte Massage.